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Die Legionärskrankheit

Die Legionärskrankheit

Immer wieder kommt es trotz sanitärtechnischer Maßnahmen zur Legionärskrankheit. Dabei handelt es sich um eine Infektion des Menschen über die Legionellen-Bakterien. Eine Übertragung der Infektion von Mensch zu Mensch ist nicht zu befürchten, da es sich bei Legionellen um Keime handelt, also nicht um einen übertragbaren Virus.

Wasser ist der natürliche Lebensraum von Legionellen, meist werden die Bakterien also übers Wasser aufgenommen. In den meisten Fällen gelangen sie über Tröpfchen in der Luft in die Lunge des Menschen. In seltenen Fällen gelangen sie über offene Wunden in den Körper, wo es zu einer Infektion kommen kann.

Für gesunde Menschen stellen Legionellen und andere Bakterien ohnehin in der Regel keine Gefahr dar, weil das Immunsystem den Körper vor Infektionen schützen kann. Im schlimmsten Fall kann es bei einer Legionellose zu einer Lungenentzündung kommen. Es können Atemnot auftreten, Rasselgeräusche beim Atmen und Flüssigkeitsansammlungen zwischen Lunge und Brustkorb. Wie bei auf andere Weise hervorgerufenen Lungenentzündungen auch, verschlechtert sich die Verfassung der Betroffenen innerhalb von rund sechs Tagen.

 

Nach der ersten Woche erholt sich ein Großteil der Patienten sehr langsam. In besonders schweren Fällen kann die Lungenentzündung tödlich verlaufen. Die Rekonvaleszenzphase nach einer solchen Legionärskrankheit kann insgesamt mehrere Monaten in Anspruch nehmen. Ältere und kranke Menschen sollten daher gegebenenfalls aufmerksam in Hinsicht auf Bakterien im Wasser sein.
Stellt man bei sich besondere Risikofaktoren fest, wie Krankheiten, Rauchen oder die Einnahme bestimmter Medikamente, so kann ein Legionellen-Test zu Hause sinnvoll sein. Zu den meisten Infektionen kommt es außerhalb der eigenen vier Wände, auch der eigene Arbeitsplatz ist selten der Ort, an dem man sich mit der Legionellose infiziert. Weitere wirkungsvolle Maßnahmen, etwa im sanitärtechnischen Bereich, können zum Legionellen-Schutz und zur Legionellen-Prophylaxe ergriffen werden.

 

Symptome beim Pontiac-Fieber

Nur wenige Fälle von Legionellose werden überhaupt als solche erkannt. Die Mehrzahl verläuft so mild, dass sie wohl meist nicht einmal behandelt werden. Das Pontiac-Fieber, eine Form der Legionellose, verläuft ähnlich wie eine Erkältung mit Symptomen wie Kopfschmerz, Appetitlosigkeit, Schüttelfrost, Fieber, Ohren-, Glieder- und Halsschmerzen. Auch wenn diese Krankheit nicht allzu gefährlich ist, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Denn es kann sich auch um die gravierendere Legionärskrankheit handeln, die andere Art der Legionellose. Die geht zwar mit ähnlichen Anzeichen einher. Doch sie kann zu gefährlichen Lungenentzündungen führen. Warum manche Menschen an Pontiac-Fieber, andere an der Legionärskrankheit erkranken, ist noch nicht endgültig geklärt worden. Es hängt meist davon ab, inwieweit sich die Bakterien im menschlichen Körper weiter vermehren können.

Die größte Gefahr, Legionellen einzuatmen und sich dabei mit der Infektion zu infizieren, besteht im Krankenhaus. Trotz vermehrter Anstrengungen haben nach wie vor wohl 20 bis 40 Prozent der Krankenhäuser es nicht geschafft, Legionellen zu bekämpfen. Dabei unterscheiden sich die Krankenhäuser stark in ihrer Qualität.

Dazu kommt, dass sie oft nicht transparent und ehrlich mit den Fällen umgehen, und es so eine höhere Dunkelziffer geben mag. Die Fälle von Legionellosen, die im Krankenhaus erworben werden, sind manchmal Einzelfälle. Manchmal handelt es sich jedoch auch um regelrechte Epidemien. Nur bei solchen Epidemien wurde bisher überhaupt das Pontiac-Fieber diagnostiziert. Vermutlich wird es jedoch nur bei massenhaftem Auftreten als solches erkannt. Rund zwei Prozent der Bevölkerung trägt entsprechende Anti-Körper im Blut. Daraus kann man rückschließen, dass wohl bis zu einer Million Menschen in Deutschland im Jahr an dem Fieber erkranken. Zu Todesfällen kam es in diesem Zusammenhang bisher noch nicht, meist sind die Menschen nach wenigen Tagen schon wieder gesund.

 

Bei der Legionärskrankheit, die in einer Klinik erworben wird, ist die Sterblichkeit besonders hoch. Denn die Patienten haben meist ein ohnehin geschwächtes Immunsystem. Es wird von bis zu 1300 Todesfällen in Deutschland im Jahr ausgegangen, die durch die Legionärskrankheit verursacht wurden. Als Therapie wird eine Behandlung mit Antibiotika empfohlen. Das Medikament sollte über zwei Wochen hinweg gegeben werden.

Wird eine Lungenentzündung nicht ausreichend behandelt, so kann sie im schlimmsten Fall tödlich verlaufen. Ein Arztbesuch wird daher im Zweifel dringend empfohlen. Die Diagnose wird durch einen Nachweis der Erreger gestellt.

Zudem kann sie auch über den Nachweis von Anti-Körpern im Blut der Patienten erfolgen, dies geschieht in der Mehrzahl der Fälle. Anti-Körper sind Stoffe, die bei Kontakt mit dem Erreger vom Abwehr-System gebildet werden, um die Bakterien abzuwehren. Bei Legionellose können sie jedoch zu spät gebildet werden oder wirkungslos bleiben. Unter ärztlicher Aufsicht sollte daher die Therapie mit Antibiotika erfolgen. Als besonders gefährdet für die Infektion gelten Menschen ab einem Alter von etwa 50 Jahren.

 

Risikofaktoren

Besonders die Sterblichkeitsrate bei einer Infektion steigt mit zunehmendem Alter. Männer infizieren sich mit der Legionärskrankheit weit häufiger als Frauen. Damit sind Männer ab 50 Jahren besonders gefährdet, an einer Lungenentzündung zu versterben, die durch Legionellen verursacht wurde. Rauchen ist allerdings daneben der höchste Risikofaktor, da es die Lunge schwächt und die Abwehrkräfte der Atemwege schwächt.

Raucher sind daher etwa drei Mal so stark gefährdet. Andere Risikofaktoren sind Krebserkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente sowie Diabetes. Patienten, die an Krebs erkrankt sind, sind allgemein anfällig für Infektionskrankheiten und sollten sich wenn möglich besonders schützen. Auch Alkoholiker sind gefährdet, sich an Legionellose zu infizieren, da ihr Abwehrsystem schwächer ist als bei gesunden Menschen. Ähnliches trifft bei Menschen zu, die eine Organ-Transplantation hinter sich haben. Jedoch infizieren sich nur rund zehn Prozent der Menschen im eigenen Zuhause oder am Arbeitsplatz mit der Legionärskrankheit. Wahrscheinlicher ist es, auf Reisen, im Hotel oder im Krankenhaus zu erkranken. Zu Infektionen kommt es zumeist bei Reisen im Inland, nur ein Viertel steckt sich im Ausland an. Zu den weniger häufigen Infektionen im Ausland kam es besonders in der Türkei, in Italien und in Spanien. Rund ein Drittel der Patienten infizierten sich auf Reisen.

 

Legionellose-Gefahr in Deutschland

Die Diagnostik der Krankheit gilt als schwierig. In Deutschland werden Zahlen zu dieser Erkrankung erst seit Kurzem gesammelt, da Legionellose erst seit 2001 meldepflichtig ist. Damals trat das Infektionsschutzgesetz in Kraft. Zuvor wurden Daten nur sporadisch ermitteln, und es wird außerdem davon ausgegangen, dass viele Ausbrüche vertuscht wurden. Nach wie vor ist die Dunkelziffer der Erkrankungen vermutlich hoch. Ganz genaue Werte existieren zwar nicht, es wird jedoch geschätzt, dass in Deutschland jährlich bis zu 10 000 Menschen an einer schweren Legionellose erkranken und etwa 1300 schließlich daran versterben. Dabei handelt es sich zumeist um Menschen, deren Immunsystem aus anderen Gründen bereits geschwächt war.

Um Infektionen in Privat-Haushalten zu vermeiden, in denen Menschen leben, auf die diese Risikofaktoren zutreffen, sollte man im Vorfeld Legionellen abtöten. Dies kann mittels der erwähnten sanitärtechnischen Maßnahmen geschehen. Um zuvor festzustellen, ob die Keime im Wasser vorkommen, kann man mit Hilfe einer Wasseranalyse das heimische Leitungswasser testen.

Erfahren Sie im Kapitel "Risiken" mehr über die Legionärskrankheit. Hier klicken!

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