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Legionellen-Prävention

Legionellen-Prävention

Die so genannte Trinkwasserverordnung regelt hierzulande die Trinkwasserversorgung. Zudem regelt das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen den Umgang mit Bakterien im Trinkwasser. So sollen Krankheiten, die durch Keime hervorgerufen werden, verhindert werden. Die Trinkwasserverordnung soll helfen, Infektionen zu vermeiden und ist gesetzlich bindend.

Zur Legionellen-Prävention gibt es außerdem diverse Arbeitsblätter sowie Empfehlungen. So fordert ein Arbeitsblatt für Neuanlagen von zentralen Trinkwarmwasserbereitern eine allgemeine Betriebstemperatur von 60 Grad Celsius. Es regelt ebenso die Temperatur für das anschließende Verteilungssystem des Trinkwassers. Auf diese Art können Legionellen im Warmwasser mittels der Trinkwassertemperatur wirksam verhindert werden.

 

Das Vorkommen von Wasserkeimen

Es wird angenommen, dass die Zahl der Legionellen im Wasser in den letzten Jahrzehnten abgenommen hat. Dies kann an den erfolgreichen Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zurückzuführen sein. Bakterien sind im Allgemeinen nicht zwingend gefährlich für den Menschen. Daher ist Panik vor Wasserkeimen in vielen Fällen unbegründet. Eine große Zahl von Bakterien befindet sich von Natur aus im Trinkwasser.

Wie viele verschiedene Arten sich in unserem Wasser befinden, ist unklar. Es wird davon ausgegangen, dass nur etwa ein Prozent der Bakterien bisher bekannt ist. Bakterien und Keime wachsen unterschiedlich schnell. Schnelle Arten können sich in rund acht Stunden auf über 16 Millionen vermehren. Das klingt zunächst eindrucksvoll. Wenn die verfügbare Nahrung für die Bakterien aufgebraucht ist, so folgt jedoch die so genannte Absterbephase. Von den Legionellen kennt man heute 48 verschiedene Arten. Die meisten von ihnen wurden in den 1980er Jahren identifiziert und kommen in Süßwasser natürlicherweise vor. Eine dieser Arten bevorzugt feuchten Erdboden.

 

Da die Legionellen Kochsalz nicht zu mögen scheinen, sind sie in See- und Salzwasser nicht aufzufinden. Jedoch findet man sie in Flüssen und Seen ebenso wie in Schlamm und im Erdboden. Von hier können sie ins Grundwasser und schließlich ins Trinkwassersystem gelangen. Hier können die Keime über einen längeren Zeitraum am Leben bleiben. Über das Vorkommen von Legionellen in der Natur gibt es sehr verschiedene Angaben.

Es wird zum Beispiel geschätzt, dass sie in Deutschland in bis zur drei Prozent der Trinkwasserproben vorkommen. In Seen und Flüssen in den USA sollen die Bakterien sogar zu 15 Prozent vorhanden sein. Die Ergebnisse sind jedoch nicht allzu wörtlich zu nehmen, da das Wasser bis vor wenigen Jahren nicht systematisch oder regelmäßig getestet wurde.

Dies hat sich in der letzten Zeit jedoch gebessert. Weitaus häufiger kommen Legionellen in öffentlichen Gebäuden vor. So waren bei Proben in den 1980er Jahren in Krankenhäusern im westlichen Ausland bis zu 70 Prozent des untersuchten Wassers positiv, was ein alarmierender Befund ist bzw. war.

Gefunden wurden die Keime außerdem in Hotels, Schulen, Schwimmbädern und Pflegeheimen. Bei privaten Haushalten liegen die Werte grob geschätzt zwischen 15 und 30 Prozent. Es wird von einer rückläufigen Tendenz ausgegangen.

 

Verunreinigungen im Wasser

Neben Bakterien werden auch manche Mineralien in höherer Konzentration nicht gerne im Trinkwasser gesehen, da sie ungesund sein können. Manche von ihnen gelten als toxisch, andere nicht. Aluminium ist eines von ihnen, andere sind Calcium und Chloride, Fluorid und Kalium.
Kupfer findet sich ebenso häufig wie Magnesium. Zahlreiche weitere kommen hinzu. Giftig sind Stoffe wie Arsen, Blei und Chrom. Andere Stoffe werden dem Trinkwasser zugesetzt. Etwa Chlor, mit dem Ziel einer Desinfektion. In hoher Dosierung ist jedoch auch Chlor schädlich, hoch dosiert sogar tödlich. Auch Phosphate oder Ozon werden teils zugesetzt.

Um Menschen vor diesen und anderen Stoffen im Wasser, wie also auch die Legionellen, zu schützen, sieht die Infektions-Kontrolle für die Trinkwasser-Verordnung unter anderem vor, dass das Wasser für den Gebrauch durch den Menschen frei sein muss von Krankheitserregern.

Zur Legionellen-Prophylaxe kommen weitere Paragraphen hinzu, etwa in Hinsicht auf die Konzentration möglicher Erreger im Wasser und auf den Bestand mikrobiologischer Lebewesen.
Hier werden auch Bedingungen festgehalten für Firmen, die Wasser gewinnen, aufbereiten und weiter verkaufen. Als Krankheitserreger gelten hier Viren, Bakterien, Pilze sowie Parasiten. Dabei gibt es eine Liste meldepflichtiger Krankheitserreger. Darunter fallen neben Hepatitis-Viren und Salmonellen auch die Legionellen-Bakterien. Paragraph 7 regelt die Grenzwerte für die entsprechenden Krankheitserreger.

Dabei gelten Algen, Insekten und Pilze in Europa als nicht wirklich gefährlich. Sie existieren zwar in Wasser und Leitungen, haben jedoch keine schädlichen Folgen bei Menschen. Wesentlich gravierender sind die Folgen von verschmutztem Wasser in Ländern der Dritten Welt. Dort kommt es durch vergiftetes Wasser immer wieder zu Epidemien. In Europa führen dagegen Bakterien und Viren immer wieder zu Erkrankungen beim Menschen. Auch hier muss deshalb auf sanitärtechnische Maßnahmen zur Einhaltung von Hygiene geachtet werden.

Neben den Vorschriften sollte man sich auch über mögliche Maßnahmen des Legionellenschutzes informieren. Erfahren Sie hier einige Methoden der Desinfektion.

 

Desinfektion durch Chemikalien

Eine chemische Desinfektion kann mit verschiedenen Stoffen geschehen. Prinzipiell kommt es auf die Zahl der Legionellen im Wasser an sowie auf de Einwirkzeit der chemischen Mittel. Verschiedene Chemikalien kommen hierzu in Frage. Damit dadurch nicht die Gesundheit geschädigt wird, wird die Maßnahme von der Trinkwasserverordnung geregelt.

In Frage kommen Chlor, Ozon, Silber und andere. Sie müssen 5 bis 60 Minuten einwirken, um die Legionellen und andere Bakterien abzutöten. Die Verwendung von Chlor etwa ist umstritten, da hohe Mengen notwendig sind und der Effekt nur gering. Ozon hingegen gilt als teure Substanz. Besser geeignet ist möglicherweise die physikalische Desinfektion durch Erhitzen, UV-Bestrahlung oder Behandlung mit Ultraschall.

 

Desinfektion durch heißes Wasser

Diese Methoden können einzeln oder in Kombination angewandt werden. Über diese Methoden sollte man sich bei Bedarf genau informieren, um Gesundheitsschäden zu vermeiden. Die thermische Desinfektion, also das Erhitzen von Wasser und Wassersystemen, gilt als sicherer Weg. In manchen Systemen stößt diese Methode dennoch an ihre Grenze. Theoretisch sterben Legionellen spätestens bei 70 Grad Celsius, schon nach wenigen Sekunden. Das dauerhafte Erhitzen verbraucht jedoch viel Energie und verursacht auch dadurch Kosten. Daher werden 60 Grad als dauerhafte Temperatur empfohlen. Dabei handelt es sich um einen Kompromiss: Das Wasser ist heiß genug, um Legionellen abzutöten, dennoch weniger Energie-intensiv als das Erhitzen auf 70 Grad Celsius.

Höhere Temperaturen können zudem das Material des Wasser-Systems angreifen, also Rohre und Leitungen, Dichtungen oder anderes. Bisher sind keine Fälle bekannt, in denen sich Menschen über Legionellen infiziert hätten, sofern das Wasser im System auf 60 Grad erhitzt worden war. Entsprechend wird diese Temperatur heute allgemein empfohlen, um sich vor Keimen im Wasser zu schützen.

Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die 60 Grad im gesamten Wassersystem eingehalten werden können. In der Praxis ist dies jedoch selten der Fall, da es schwer umzusetzen wäre. Eine alternative Empfehlung ist daher das regelmäßige und kürzer dauernde Erhitzen auf 70 Grad mit Hilfe einer Pumpe. Dies sollte alle ein bis zwei Wochen geschehen und soll wirkungsvoll vor Legionellen im Wasser schützen.
Ob das Wasser zu Hause in hohem Maße mit Legionellen befallen ist, kann mit Hilfe eines Schnell-Tests herausgefunden werden. Die Wasser-Analyse bringt Sicherheit, ob und wie viele Legionellen im Wasser zu finden sind.

 

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