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Pontiac-Fieber

Schutz vor gefährlichen Bakterien

Vermutet man im Trinkwasser zu Hause vermehrt Legionellen, kann dies mit Hilfe eines Legionellen-Schnelltests herausgefunden werden. So erfährt man, wie viele Legionellen im Warmwasser zu finden sind. Zur Vorsorge sollten zudem diverse Maßnahmen zum Schutz ergriffen werden. Etwa sollte der zentrale Trinkwasser-Speicher möglichst immer auf 60 Grad Celsius beheizt werden, um Keime und Bakterien wie die Legionellen im Trinkwasser zu vermeiden. So kann die Legionellen-Gefahr durch die Heizung des Trinkwasser-Speichers wirksam vermindert werden.

Die Zahl von Legionellen im Trinkwasser kann auch durch eine Legionellen-Wärmepumpe gesenkt werden. Bei einer Erhitzung auf 60 Grad sterben Bakterien ab. Legionellen wachsen vermehrt auf Gummi und Kunststoff. Im Wassersystem können dies Ventile sein oder Dichtungen. Die Materialien sollten daher an solchen Stellen vermieden werden, die schwierig erreichbar sind und damit schwer zu desinfizieren. Besonders in Temperaturbereichen zwischen 20 und 45 Grad Celsius können sich die Bakterien optimal vermehren. Wie schnell sich Legionellen vermehren, hängt mit der vorhandenen Nahrung zusammen. Legionellen müssen nicht harmlos sein.

 

Pontiac-Fieber

Sie können das Pontiac-Fieber verursachen, ebenso die Legionärskrankheit. Die meisten Infektionen verlaufen so milde, dass keine ärztliche Behandlung notwendig ist. Bei einigen Infizierten kommt es zu dem Pontiac-Fieber, nur bei den wenigsten zu der gefährlichen Legionärskrankheit. Sie kann zu Lungenentzündungen führen. Daher sollte im Zweifel immer ein Arzt aufgesucht werden und bei entsprechender Diagnose Antibiotika vergeben werden.

Das Pontiac-Fieber wurde erstmals 1968 in den USA dokumentiert, der Name stammt von der Stadt Pontiac. Es beginnt in der Regel mit Fieber, Schüttelfrost, trockenem Husten und Erbrechen. Es kommt jedoch hier nicht zu Lungenentzündungen. Meist werden die Betroffenen nach einigen Tagen wieder gesund und symptom-frei. Tödlich verläuft diese Krankheit nie. Gefährdet sind beide Geschlechter sowie Menschen jeden Alters. Es wird angenommen, dass es weit häufiger auftritt als dokumentiert wird, da es häufig gar nicht als solches erkannt wird. Warum manche Infektionen zur Legionärskrankheit, andere zum Pontiac-Fieber führen, ist noch nicht geklärt worden.
Legionellose bezeichnet die Gesamtheit der durch Legionellen hervorgerufenen Krankheiten beim Menschen. Bei beiden Formen geht das Krankheitsbild von der Lunge aus. Meist geschieht die Infektion durch die Luft, in Form von winziger Wassertröpfchen. Diese können eingeatmet werden und so in die Lunge gelangen. Kommt es so zu einer Infektion, so beginnt der Körper mit der Anti-Körper-Bildung. Diese ist im Blut nachweisbar. Legionella pneumophila ist der zuerst entdeckte Erreger der Infektion und auch der häufigste und gefährlichste.

Bei Legionellen handelt es sich um so genannte Umweltbakterien. Sie vermehren sich je nach Jahreszeit unterschiedlich stark. In den warmen Sommermonaten und im frühen Herbst treten sie häufiger auf und verursachen entsprechend mehr Infektionen. Hinzu kommt, dass sich vermutlich einige Menschen in den Sommermonaten auf Urlaubsreisen infizieren. In Deutschland sind Legionellosen seit dem Jahr 2001 meldepflichtig. In Frankreich werden schon seit Längerem Daten dazu erhoben, bereits seit den 1980er Jahren.

 

Gefährliche Bakterien

Eine Infektion des Menschen über Legionellen mit der Legionärskrankheit kann ihre Ursache in verschmutztem Wasser haben. Am größten ist die Gefahr dann, wenn warmes Wasser zunächst über längere Zeit steht und anschließend zerstäubt wird. Dies ist in Boilern, Warmwasserspeichern oder Warmwasserleitungen der Fall. Durch sanitärtechnische Maßnahmen können Legionellen in Warmwasseranlagen abgetötet werden.

Die meisten Infektionen an Legionellose werden bisher in Krankenhäusern oder Pflegeheimen registriert. Aus diesem Grund gibt es für private ebenso wie für alle öffentlichen Gebäude und ihre Wassersysteme bestimmte Vorschriften. Auch diverse Maßnahmen zum Schutz vor Legionellen werden lediglich empfohlen, in Gesetzen, Richtlinien und Empfehlungen für das Trinkwasser und Wassersysteme. Die Richtlinien regeln unter anderem auch die Temperatur für das anschließende Verteilungssystem des Wassers. Darüber hinaus sollte eine Reihe anderer Maßnahmen beachtet werden, um die Bildung von Keimen und gefährlichen Bakterien im Wasser zu vermeiden.

Generell sind Bakterien winzig kleine einzellige Kleinlebewesen. Sie sind einfacher aufgebaut als Insekten, Würmer oder Pilze und deutlich kleiner als diese. Es gibt zwar auch etwas größere Fadenbakterien, die wie die Legionellen in Trinkwasserleitungen auftauchen können, jedoch haben diese keine medizinische Bedeutung. Die meisten Bakterien sind um ein vielfaches kleiner als die menschlichen Körperzellen. Im Allgemeinen gilt: Bakterien kommen überall im Alltag vor und sind in der Regel völlig ungefährlich. Sie befinden sich in hoher Zahl in und auf unserem Körper, auf der Haut und auf den Schleimhäuten, ohne dass sie in irgendeiner Weise eine Gefahr für die Gesundheit darstellen würden. In ungekochter Nahrung befinden sich ebenso Bakterien wie in unserem Trinkwasser.
Sogar in der Luft schweben sie in winzigen Tröpfchen, die von uns eingeatmet werden. Auch in der Muttermilch befindet sich bereits eine sehr hohe Zahl an verschiedenen Bakterien. Dies verdeutlicht noch einmal, dass es keinen vernünftigen Grund für eine allgemeine Furcht vor diesen Kleinstlebewesen gibt. Trotz der Bakterien in der Milch ist sie gesünder für Säuglinge als industriell produzierte. Statt dem Baby zu schaden, haben die Bakterien vielmehr einen positiven Effekt auf das Abwehrsystem: Es wird trainiert und auf seine spätere Aufgabe, die Abwehr von schädlichen Stoffen, vorbereitet. Dass Bakterien im Allgemeinen nicht als gefährlich für den Menschen gelten, bezieht sich gleichermaßen auf die meisten Bakterien, die natürlicherweise im Trinkwasser vorkommen.

 

Risikofaktor

Wie viele Bakterien sich im Wasser tatsächlich befinden, ist noch unklar. Es wird geschätzt, dass nur ein Prozent der Bakterien bisher bekannt ist.
Bakterien wachsen unterschiedlich schnell. Schnell wachsende können sich in nur acht Stunden auf über 16 Millionen Zellen vermehren. Ist jedoch die verfügbare Nahrung für die Keime aufgebraucht, so folgt eine so genannte Absterbephase.

Von den Legionellen sind bisher 48 Arten bekannt. Die meisten von ihnen kommen in Süßwasser natürlicherweise vor. Eine der Gruppen bevorzugt feuchten Erdboden. Da die Legionellen empfindlich auf Kochsalz reagieren, kommen sie in See- und Salzwasser nicht vor. Stattdessen findet man sie in Flüssen und Seen sowie Schlamm und im Erdboden.

Über das Grundwasser können sie ins Trinkwassersystem gelangen.
Vermutlich vermehren sie sich dort zwar nicht weiter, können jedoch über einen längeren Zeitraum am Leben bleiben. Am häufigsten werden Legionellen in Krankenhäusern gefunden. Auch in Schwimmbädern kommt es immer wieder zu positiven Proben. Weitere wurden in Schulen, Hotels und Altenheime gefunden, seltener auch in Privathaushalten. Seit den 1980ern wurden immer wieder Proben aus den Trinkwassersystemen entnommen und getestet. Es wird vermutet, dass die Häufigkeit von Legionellen in den letzten Jahrzehnten rückläufig ist. Das hängt unter anderen mit den ergriffenen sanitärtechnischen Maßnahmen zusammen, mit denen die Bakterien im Wasser vermindert werden sollen.

Zwar handelt es sich wie beschrieben bei Legionellen nicht um prinzipiell gefährliche Bakterien. Da jedoch besonders alte und bereits kranke Menschen gefährdet sein können, sich über die Keime mit der Legionärskrankheit zu infizieren, sollten diese besonders auf Legionellen achten. Als besonders gefährdet gelten Menschen ab etwa 50 Jahren. Männer infizieren sich häufiger als Frauen.
Rauchen ist daneben der höchste Risikofaktor. Weitere Faktoren sind Krebs, bestimmte Medikamente sowie Diabetes. Menschen, die an Krebs erkrankt sind, gelten allgemein als anfällig für Infektionskrankheiten. Auch Alkoholiker sind stark gefährdet, da ihr Abwehrsystem schwächer ist. Ebenso Menschen, die eine Transplantation hinter sich haben.

Nur rund zehn Prozent der Infektionen geschehen im eigenen Zuhause oder am Arbeitsplatz. Wahrscheinlicher ist es, sich auf Reisen, im Hotel oder im Krankenhaus zu infizieren. Die Diagnostik der Krankheit gilt als schwierig. Das statistische Bundesamt schätzt die Zahl der Menschen, die an Lungenentzündungen sterben, auf jährlich bis zu 20 000. Es werden etwa 1300 Todesfälle durch die Legionärskrankheit vermutet und ca. 10 000 Erkrankungen an schwerer Legionellose im Jahr.
Zur Prophylaxe kann neben den empfohlenen sanitärtechnischen Maßnahmen möglicherweise ein Schnelltest für zu Hause hilfreich sein. Damit kann die Zahl der Legionellen im Trinkwasser festgestellt werden.

 

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Legionärskrankheit Pontiac-Fieber

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