Die Trinkwasserverordnung* regelt die Anforderungen der Wasserqualität. Eine Vielzahl an Objekten sind verpflichtet das Trinkwasser untersuchen zu lassen. Legionellen gehören zu den z.T. untersuchungspflichtigen Parametern. Paragraf 14 der Trinkwasserverordnung definiert die Untersuchungspflicht auf Legionellen: Die Inhaber […] haben das Wasser durch systemische Untersuchungen zu untersuchen (§ 14 Abs. 3).
Für die Untersuchung der Legionellen nach der Trinkwasserverordnung ist qualifiziertes Personal notwendig. 

Der Probenehmer muss entsprechend geschult sein und die Untersuchungsstelle muss akkreditiert sein. Der gesamte Vorgang ist nach den Anforderungen der Trinkwasserverordnung, Regelwerken und Vorschriften durchzuführen. Das Legionellen Zentrum bietet hier für die betroffenen Immobilien kompetente Beratung, einen umfassenden und spezialisierten Service.

Relevante Abschnitte in der Trinkwasserverordnung

  • § 13 Anzeigepflicht der Trinkwasseranlage
  • § 14 (3) Untersuchungspflicht auf Legionellen
  • § 15 Durchführung der Probenahme durch qualifiziertes Personal
  • Anlage 3 Teil II: Technischer Maßnahmewert für Legionellen von 100/100 ml
  • § 24 und § 25 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten

Legionellenuntersuchung nach Trinkwasserverordnung

Als Eigentümer einer Trinkwasseranlage (also beispielsweise als Hausbesitzer) oder als Hausverwalter, der die Aufgaben für die Hausbesitzer organisiert und übernimmt, bestehen aus der Trinkwasserverordnung Pflichten. Neben der Meldung der Trinkwasseranlage bei z.B. technischen Veränderungen (§ 13) muss insbesondere bei Großanlagen eine systemische Untersuchung auf Legionellen nach der Trinkwasserverordnung durchgeführt werden (§ 14). 

Dies betrifft nahezu alle Mehrfamilienhäuser in Deutschland (Speicherkapazität des Warmwasseraufbereiters > 400 l Speicherkapazität). Kommt der Eigentümer der Anlage den Anforderungen aus der Trinkwasserverordnung und den Verpflichtungen nicht nach, können Sanktionen die Folge sein (§ 24 & § 25). Bei Überschreitungen des technischen Maßnahmewertes von 100 Legionellen pro 100 ml sind Maßnahmen zu ergreifen (Anlage 3 Teil 2 und DVGW Arbeitsblatt W 551).

Legionellen in Ulm

Obwohl Legionellen durch die Trinkwasserverordnung vermindert werden sollen, kommt es immer wieder zu Infektionen durch Legionellen. So bei dem Epidemie-artigen Auftreten von Legionellen in Ulm: Dort ereignete sich 2010 die größte Legionellen-Epidemie in Deutschland und eine der schwersten weltweit. Folgen für den Menschen sind neben anderen chronischer Husten bis hin zur Lungenentzündung.

Ursache für die Legionellen in Ulm waren vermutlich zwei Kühltürme. Die Bakterien hatten sich über eine Wolke verbreitet. In Deutschland gibt es keine Legionellen-Grenzwerte für Kühltürmen. Denn die Gesundheitsgefährdung, die für die Menschen entstehen könnte, wird für gering gehalten.

*Stand 2012